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Ghana: Was die Straßenverkehrsverordnung LI 2519 für Autofahrer und Fußgänger vorsieht

Die Straßenverkehrsverordnung LI 2519 in Ghana schafft einen strengeren Rahmen für mehrere häufige Verhaltensweisen auf den Straßen: eine rote Ampel zu überfahren, wenn die Fahrbahn leer zu sein scheint, während der Fahrt auf das Handy zu schauen, nach Alkoholkonsum zu fahren oder außerhalb ausgewiesener Übergänge die Straße zu überqueren. Der Text sieht für Autofahrer ebenso wie für Fußgänger Geldstrafen und teilweise auch Haftstrafen vor.

Zu den auffälligsten Elementen, die mit dieser Regelung angekündigt wurden, gehört der Einsatz einer digitalen Kontrollplattform namens Traffic Tech. Ihr Betrieb beruht auf Kameras, Sensoren und der automatisierten Erfassung von Verstößen. Das erklärte Ziel besteht darin, die Durchsetzung der Regeln systematischer zu gestalten.

Steigende Sanktionen bei wiederholten Verstößen

Das vorgestellte System automatisierter Bußgelder sieht eine Staffelung der Beträge nach der Wiederholung von Verstößen vor: 120 ghanaische Cedi für einen ersten Verstoß, 180 Cedi für einen zweiten und anschließend 240 Cedi für einen dritten.

Ab dem sechsten innerhalb von 24 Monaten festgestellten Verstoß kann der Fahrer vor Gericht geladen werden. Sein Führerschein könnte dann für mindestens zwölf Monate entzogen oder ausgesetzt werden; zudem wären eine Nachschulung und eine erneute Prüfung erforderlich.

Der Text verwendet zur Festlegung bestimmter Sanktionen auch den Begriff der „Strafeinheit“. Nach den genannten Beträgen entspricht eine Einheit 12 ghanaischen Cedi. Eine Sanktion von 50 Einheiten beträgt somit 600 ghanaische Cedi. Diese Berechnungsweise erleichtert das Verständnis des finanziellen Ausmaßes jedes Verstoßes.

Rote Ampel, Handy und Alkohol: die am strengsten geahndeten Verhaltensweisen

Eine rote Ampel überfahren

Das Überfahren einer roten Ampel kann mit einer Sanktion von 10 bis 30 Strafeinheiten, einer Haftstrafe von bis zu 30 Tagen oder beidem geahndet werden. Diese Bestimmung richtet sich insbesondere gegen Fahrer, die glauben, bei geringem Verkehrsaufkommen weiterfahren zu können, vor allem nachts.

Der Grundsatz bleibt einfach: Eine rote Ampel wird nicht optional, nur weil kein anderes Fahrzeug sichtbar ist. Die angekündigte automatisierte Erfassung zielt gerade auf Verstöße ab, die bislang einer unmittelbaren Kontrolle entgehen konnten.

Die Nutzung des Handys am Steuer

Eine Nachricht zu lesen, auf eine Benachrichtigung zu antworten oder während der Fahrt das Handy zu bedienen, stellt ebenfalls einen Verstoß dar. Die Sanktion kann bis zu 50 Strafeinheiten und drei Monate Haft betragen oder Geldstrafe und Freiheitsstrafe miteinander verbinden.

Diese Regel betrifft auch Handlungen, die oft als harmlos angesehen werden, etwa das Abrufen von Nachrichten an einer Ampel. Die Aufmerksamkeit des Fahrers bleibt jedoch auch bei einem kurzen Halt unverzichtbar.

Fahren unter Alkoholeinfluss

Fahren im alkoholisierten Zustand gehört zu den am strengsten sanktionierten Verstößen. LI 2519 sieht eine Geldstrafe von 50 bis 200 Strafeinheiten, eine Haftstrafe von bis zu 40 Monaten oder beides vor.

Diese Bestimmung ist besonders wichtig in Zeiten hohen Verkehrsaufkommens und bei Festlichkeiten, wenn die Straßen voller werden und Autofahrten nach abendlichen Veranstaltungen zunehmen. Alkohol zu trinken und sich anschließend ans Steuer zu setzen, setzt nicht nur einer Sanktion aus, sondern stellt für alle Verkehrsteilnehmer ein erhebliches Risiko dar.

Straßenverkauf und Predigen in fahrenden Fahrzeugen

Die Verordnung betrifft auch bestimmte Tätigkeiten, die auf oder in der Nähe von Straßen ausgeübt werden. Der Verkauf von Waren in einem fahrenden Fahrzeug kann eine Geldstrafe zwischen 10 und 50 Strafeinheiten, eine Haftstrafe von bis zu acht Monaten oder beides nach sich ziehen.

Auch der Verkauf von Waren auf oder entlang einer Straße, auf einem Fußgängerüberweg oder in der Nähe eines Bahnübergangs ist erfasst. Die Sanktion kann bis zu 50 Strafeinheiten oder drei Monate Haft betragen. Diese Maßnahmen betreffen Praktiken, die zum Alltag vieler Busbahnhöfe und Bereiche mit hohem Verkehrsaufkommen gehören.

Auch das Predigen in einem fahrenden öffentlichen oder gewerblichen Fahrzeug ist als Verstoß eingestuft. Die angekündigten Sanktionen reichen von 10 bis 50 Strafeinheiten und können bis zu acht Monate Haft umfassen. Die Regel richtet sich nicht gegen den religiösen Glauben selbst, sondern gegen diese Praxis in fahrenden Verkehrsmitteln.

Parken, Motorradtaxis und das Überqueren der Straße durch Fußgänger

Das Parken auf einem für Menschen mit Behinderungen oder Personen mit besonderen Bedürfnissen reservierten Platz kann mit bis zu 25 Strafeinheiten und acht Monaten Haft oder mit beidem geahndet werden. Auch ein nur kurzes Abstellen des Fahrzeugs hebt den reservierten Charakter des Platzes nicht auf.

Auch Motorradfahrer und Tätigkeiten mit Motorradtaxis sind betroffen. Fahren ohne Helm kann eine Geldstrafe von 25 bis 50 Strafeinheiten, eine Haftstrafe von einem bis drei Monaten oder beides nach sich ziehen. Der Betrieb von Motorradtaxis oder Dreirädern ohne Genehmigung kann für Betreiber hingegen zu acht bis 24 Monaten Haft und für Fahrer zu bis zu acht Monaten Haft führen.

Fußgänger sind von der Regelung nicht ausgenommen. Wer die Straße unvorsichtig überquert oder eine Fußgängerbrücke beziehungsweise einen dafür vorgesehenen Übergang nicht nutzt, kann mit bis zu fünf Strafeinheiten und einer Haftstrafe von bis zu sieben Tagen bestraft werden. Dies ist eine der niedrigsten genannten Geldstrafen, doch der Verstoß ist ausdrücklich vorgesehen.

Die Unfallverhütung hängt ebenso von Autofahrern wie von Menschen zu Fuß ab. In diesem Zusammenhang werfen Ausrüstung und Nutzungsregeln auch weitergehende Fragen zu Sicherheit und Zulassung auf, wie dieser Artikel über den Tesla Roadster und Fragen zu seinem Einsatz zeigt.

Pflichtausrüstung und Zustand des Fahrzeugs

LI 2519 legt zudem Wert auf den Zustand der Fahrzeuge und die mitzuführende Sicherheitsausrüstung. Das Fahren mit einer getönten Frontscheibe stellt einen Verstoß dar, der mit 25 bis 50 Strafeinheiten und einer Haftstrafe von bis zu drei Monaten geahndet werden kann.

Das Fehlen von Warndreiecken im Fahrzeug wird im gleichen Rahmen sanktioniert: mit 25 bis 50 Strafeinheiten und bis zu drei Monaten Haft. Diese Warndreiecke sollen andere Verkehrsteilnehmer auf eine Panne oder ein liegen gebliebenes Fahrzeug hinweisen.

Wer keinen Feuerlöscher oder Verbandskasten mitführt, muss mit einer Geldstrafe von 10 bis 25 Strafeinheiten oder einer Haftstrafe von bis zu 30 Tagen rechnen. Gefährliche oder abgefahrene Reifen können ebenfalls eine Sanktion von 25 bis 50 Strafeinheiten und bis zu drei Monaten Haft nach sich ziehen.

Schließlich nennt die Verordnung auch das Waschen und Reparieren von Fahrzeugen auf der Straße als nunmehr verbotene Verhaltensweisen. Für diese beiden Situationen wird hier kein genauer Sanktionsbetrag angegeben.

Hin zu einer stärker automatisierten Verkehrskontrolle

Der angekündigte Einsatz von Traffic Tech ist die zentrale Veränderung im Zusammenhang mit LI 2519. Werden Verstöße durch Kameras und Sensoren erfasst, beruht die Kontrolle nicht mehr allein darauf, dass ein Fahrer direkt von einem Beamten angehalten wird.

Das System wird als Mittel dargestellt, um eine regelmäßigere Durchsetzung der Regeln zu fördern, ohne Personen je nach Kontrolle unterschiedlich zu behandeln. Seine Wirksamkeit wird jedoch von der konkreten Umsetzung, der Zuverlässigkeit der Erfassung und der Fähigkeit der Behörden abhängen, Sanktionen einheitlich zu bearbeiten.

Auf Ghanas Straßen ist die Botschaft somit eindeutig: Ampeln zu beachten, das Handy beiseitezulegen, nach dem Trinken nicht zu fahren, die Ausrüstung zu überprüfen und gesicherte Übergänge zu benutzen, ist nicht mehr nur eine Frage der Vorsicht. Diese Verhaltensweisen können nun konkrete strafrechtliche und finanzielle Folgen haben.

FAQ zur Straßenverkehrsverordnung LI 2519 in Ghana

Wie viel ist eine Strafeinheit in Ghana wert?

Nach den angegebenen Beträgen entspricht eine Strafeinheit 12 ghanaischen Cedi. Eine Geldstrafe von 50 Einheiten entspricht daher 600 ghanaischen Cedi.

Kann man in Ghana dafür bestraft werden, die Straße außerhalb eines Fußgängerüberwegs zu überqueren?

Ja. Unvorsichtiges Überqueren oder die Nichtnutzung einer Fußgängerbrücke oder eines vorgesehenen Übergangs kann mit einer Geldstrafe von bis zu fünf Strafeinheiten oder einer Haftstrafe von bis zu sieben Tagen geahndet werden.

Welche Ausrüstung muss sich in einem Fahrzeug befinden?

Die Verordnung nennt insbesondere Warndreiecke, einen Feuerlöscher und einen Verbandskasten. Das Fehlen dieser Ausrüstung kann Geldstrafen und je nach Fall eine Haftstrafe nach sich ziehen.

Kann die Nutzung des Handys am Steuer zu einer Haftstrafe führen?

Ja. Die Nutzung des Handys am Steuer kann mit bis zu 50 Strafeinheiten und drei Monaten Haft oder mit der Verbindung beider Sanktionen geahndet werden.

Christiano Btf

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