In Abidjan verstärkt die Polizei den Kampf gegen Drogenverkäufer und Rauchstätten

In Abidjan mobilisiert der Kampf gegen Drogenhandel und Drogenkonsum die Direktion der Polizei für Betäubungsmittel und Drogen (DPSD). Einsätze in mehreren Stadtteilen des Distrikts richteten sich gegen mutmaßliche Verkäufer, Konsumorte und Vertriebswege für nicht registrierte Arzneimittel.
Die Einsätze betrafen insbesondere Yopougon, Adjamé und Attécoubé. Sie führten zu Durchsuchungen, Festnahmen und Beschlagnahmungen. Die Behörden stellen diese Maßnahmen als Reaktion auf ein Phänomen dar, das auch das schulische Umfeld betrifft.
Durchsuchungen im Morgengrauen in Yopougon
Sehr früh am Morgen wurde in Yopougon im Bereich KM 17 ein Einsatz durchgeführt. Einsatzkräfte der Spezialeinheit der DPSD begaben sich in das Gebiet, um Personen aufzuspüren, die verdächtigt wurden, Betäubungsmittel zu verkaufen.
In einem ersten durchsuchten Wohnhaus entdeckten die Polizisten Gegenstände, die mit Drogenkonsum in Verbindung stehen, ohne dort Betäubungsmittel zu finden. Dennoch wurden Verdächtige festgenommen. Bei einer weiteren Durchsuchung wurden zudem junge Konsumenten sowie Cannabis gefunden, das gerade konsumiert wurde; in dieser Unterkunft wurde jedoch kein Produkt beschlagnahmt.
Ein dritter Einsatz führte zu einer umfangreicheren Beschlagnahmung. Nach etwa einer Stunde der Durchsuchung eines Wohnhauses erklärten die Polizisten, sie hätten eine Drogenmenge im geschätzten Wert von rund zehn Millionen CFA-Francs entdeckt. Der betreffende Verdächtige wurde nach den während des Einsatzes mitgeteilten Angaben festgenommen.
In Adjamé: Kontrolle nicht registrierter Arzneimittel
Im Viertel Adjamé Roxy konzentrierten sich weitere Teams der DPSD auf den Verkauf nicht registrierter Arzneimittel. Die Behörden betonen, dass einige der in diesem Bereich angebotenen Produkte Substanzen enthalten könnten, die als Betäubungsmittel gelten.
Tramadol gehört zu den genannten Produkten. Es wird als Schmerzmittel eingesetzt, ist jedoch auch Gegenstand missbräuchlicher Verwendung. Diese Vermischung von Arzneimittel und außerhalb eines therapeutischen Rahmens konsumierter Substanz stellt für die mit der Drogenbekämpfung beauftragten Dienste eine besondere Herausforderung dar.
Die in Adjamé vorgenommenen Beschlagnahmungen stehen daher im Zeichen einer sowohl gesundheitlichen als auch sicherheitsbezogenen Kontrolle. Das erklärte Ziel besteht darin, Produkte zu identifizieren, die außerhalb regulierter Vertriebswege verkauft werden, und ihren Zugang für Konsumenten einzuschränken.
Neun Personen bei der Zerschlagung von Rauchstätten in Attécoubé festgenommen
In Attécoubé richtete sich ein weiterer Einsatz gegen Rauchstätten, also Orte, die von der Polizei als Räume des Drogenkonsums eingestuft werden. Neun Verdächtige, darunter eine Frau, wurden festgenommen. Die Einsatzkräfte gaben die Beschlagnahmung von 10 Kilogramm Cannabis bekannt.
Die Verantwortlichen der DPSD unterstreichen die erwartete Rolle der Bevölkerung. Sie sind der Ansicht, dass Einwohner, die über Informationen zu illegalen Aktivitäten verfügen, dazu beitragen können, besorgniserregende Situationen den zuständigen Stellen zu melden.
Die Frage geht jedoch über punktuelle Einsätze hinaus. Handel, Konsum und das Bestehen von Rauchstätten betreffen auch Prävention, Zugang zu Informationen und den Schutz der am stärksten gefährdeten Gruppen. Insbesondere die Lage junger Menschen steht im Mittelpunkt der Sorgen, wie unser Artikel über die besondere Gefährdung junger Menschen in Côte d’Ivoire durch Drogen zeigt.
Prävention in Bildungseinrichtungen
Die Maßnahmen der DPSD beschränken sich nicht auf Repression. In Schulen setzen die Behörden ebenfalls auf Aufklärung. Sie erklären, bei Schülerinnen und Schülern tätig werden zu wollen, um sie über die Risiken von Cannabis, Heroin und anderen Substanzen, insbesondere psychotropen Tabletten, zu informieren.
Die Transkription berichtet von rund vierzig Schülerinnen und Schülern, die zwischen Januar und September 2008 in verschiedenen Bildungseinrichtungen des Staatsgebiets festgenommen wurden. Sie erwähnt außerdem, dass die DPSD im ersten Halbjahr 2018 mehr als 600 Verdächtige festgenommen und rund hundert Rauchstätten zerschlagen haben soll.
Diese beiden unterschiedlichen zeitlichen Bezugspunkte zeigen, dass die Behörden zu verschiedenen Zeitpunkten Polizeieinsätze und Präventionsmaßnahmen im schulischen Umfeld miteinander verbunden haben. Ziel ist es, den Einstieg junger Menschen in den Konsum zu verringern, bevor sich die Praktiken dauerhaft verfestigen.
Dieser Ansatz knüpft an weitergehende Fragen zum Zugang Minderjähriger zu riskanten Produkten und Umfeldern in der Wirtschaftsmetropole an. Dazu auch: Minderjährige, Alkohol, Tabak und Sexualität: Schutzlücken in Abidjan.
Repression und Aufklärung: zwei Bestandteile derselben Strategie
Die in Yopougon, Adjamé und Attécoubé durchgeführten Einsätze veranschaulichen zwei sich ergänzende Ansätze: mutmaßliche Verkäufer zu verfolgen und illegale Produkte aus dem Verkehr zu ziehen sowie junge Menschen über die Folgen des Konsums aufzuklären.
Die Festnahmen und Beschlagnahmungen lassen die Schuld der betroffenen Personen unberührt, über die nach den geltenden gerichtlichen Verfahren zu entscheiden ist. Sie zeigen jedoch den Willen der Polizeidienste, in den Stadtteilen präsent zu bleiben, die als besonders vom Handel, vom informellen Verkauf von Arzneimitteln und von Rauchstätten betroffen gelten.
Angesichts eines Phänomens, das von den Behörden als zerstörerisch für junge Menschen und Familien beschrieben wird, beruht die Wirksamkeit der Bekämpfung ebenso sehr auf Ermittlungen und Kontrollen wie auf früher Prävention, gemeinschaftlicher Wachsamkeit und der Vermittlung von Menschen, die mit Substanzkonsum konfrontiert sind, an geeignete Stellen.
Häufige Fragen zum Kampf gegen Drogen in Abidjan
Welche Stadtteile waren von den genannten Einsätzen betroffen?
Die erwähnten Einsätze fanden in Yopougon im Bereich KM 17, in Adjamé Roxy und in Attécoubé statt.
Welche Substanzen oder Produkte wurden genannt?
Erwähnt werden Cannabis, Tramadol und psychotrope Tabletten. Die Behörden richteten sich zudem gegen nicht registrierte Arzneimittel.
Warum greift die Polizei in Schulen ein?
Die DPSD erklärt, der Aufklärung von Schülerinnen und Schülern Vorrang einzuräumen, um sie über die Risiken des Konsums von Drogen und psychotropen Substanzen zu informieren.



